30. April 2014

Am 1. Mai 2014 tritt die neue EnEV in Kraft!

Die EnEV 2014 startet mit moderaten Anforderungen - Welche Änderungen Sie erwarten...

Wichtige Änderungen im Überblick für

Neubauten

  • Änderungen der energetischen Anforderungen an Neubauten ab dem 1. Januar 2016 um durchschnittlich -25 Prozent des zulässigen Jahres-Primärenergiebedarfs und um durchschnittlich +20 Prozent beim zulässigen Wärmedurchgangskoeffizienten.
      
  • Ab dem Jahr 2021 müssen nach europäischen Vorgaben alle Neubauten im Niedrigstenergiegebäudestandard errichtet werden. Für Neubauten von Behördengebäuden gilt dies bereits ab 2019. Die konkreten Vorgaben an die energetische Mindestqualität von Niedrigstenergiegebäuden werden rechtzeitig bis spätestens Ende 2016 - für Behördengebäude - bzw. Ende 2018 - für alle Neubauten - festgelegt.

Altbauten

  • Keine zusätzlichen Verschärfungen der heute geltenden Anforderungen bei Modernisierungen im Gebäudebestand.
     
    Jedoch gibt es Nachrüst- bzw. Austauschpflichten:
  • Öl- und Gasheizkessel: Ab 2015 müssen laut der aktuellen Energieeinsparverordnung Öl- und Gasheizkessel, die vor 1985 eingebaut wurden, außer Betrieb genommen werden.
     
  • Heizungsanlagen, die nach dem 1. Januar 1985 eingebaut wurden, müssen laut der neuen EnEV spätestens nach 30 Jahren ersetzt werden. Für diese Regelunng gibt es allerdings eine ganze Reihe von Ausnahmen: Ein- und Zweifamilienhausbesitzer, die zum 1. Februar 2002 in ihrem Haus mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben, sind von der Verpflichtung befreit. Kommt es zu einem Eigentümerwechsel, muss der neue Hausbesitzer die Austauschpflicht innerhalb von zwei Jahren erfüllen. Niedertemperatur- und Brennwertkessel sind von der Austauschpflicht ausgenommen.
      
  • Dämmung: Oberste Geschossdecken, die nicht die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz erfüllen, müssen spätestens bis Ende 2015 nach DIN 4108-2 gedämmt sein. Darunter fallen Decken beheizter Räume, die direkt an ein nicht beheiztes Dachgeschoss angrenzen. Es reicht jedoch auch aus, wenn das darüberliegende Dach gedämmt ist oder den Anforderungen des Mindestwärmeschutzes entspricht. Selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser sind in der Regel von Nachrüstpflichten nicht betroffen.

Energieausweis

  • Immobilieninserate: Wer eine Immobilie bewirbt, muss Interessenten künftig mehr Transparenz über die Energiewerte geben. Die wichtigsten energetischen Angaben aus dem Energieausweis müssen schon in der Immobilienanzeige genannt werden, zum Beispiel der durchschnittliche Endenergiebedarf des Gebäudes.
     
  • Immobilienverkauf: Keine zusätzlichen Verschärfungen der heute geltenden Anforderungen bei Modernisierungen im GebäudebestandVerkäufer und Vermieter müssen den Energieausweis künftig bereits bei der Besichtigung vorlegen. Kommt es zum einem Vertragsabschluss, muss der Ausweis umgehend an den Käufer bzw. Mieter übergeben werden.
      
  • Energieeffizienzklassen: Der neue Energieausweis weist jedem Gebäude künftig eine Energieeffizienzklassse zu. Dabei stellt die Klasse A+ den niedrigsten Energiebedarf dar und damit den besten Wert. Ein sehr hoher Energiebedarf wird hingegen mit dem Buchstaben H gekennzeichnet. Der bisherige Hinweis, eine Farbskala, die die Effizienz von grün bis rot darstellt, bleibt ebenfalls erhalten.
     
  • Ausweitung der Aushangpflichten von Energieausweisen sowie Einführung eines unabhängigen Stichprobenkontrollsystems für Energieausweise und Berichte über die Inspektion von Klimaanlagen (Ländervollzug)
       
  • Die Vorschriften zur Außerbetriebnahme elektrischer Nachtspeicherheizungen wurden komplett gestrichen.
       
  • Bei der energetischen Bewertung von Gebäuden sinkt der Primärenergiefaktor für Strom auf 2,4 und ab 2016 auf 1,8.

Zur nichtamtlichen Lesefassung: MEHR