23. Juli 2014

14. Bauforum

"Neue Baustoffe und Konstruktionen für das Bauen von morgen" war das Thema des diesjährigen Bauforums am 4. Juni 2014. Mehr als 150 Experten aus Wissenschaft, Wohnungswirtschaft und Baupraxis waren auch in diesem Jahr wieder mit dabei.

Im Eröffnungsvortrag über die "Neue Lust am Material in der Architektur" spannte die Geschäftsführende Kuratorin des Museums für Architektur und Ingenieurkunst NRW, Dr. Ursula Kleefisch-Jobst, einen Bogen von Materialinnovationen der Vergangenheit bis zu aktuellen Entwicklungen. "Viele Materialien sind nicht neu, aber durch die gezielte Steuerung ihrer Eigenschaften sowie neue Produktionsverfahren entstehen neue Werkstoffe", so Kleefisch-Jobst. Der Lebenszyklus von Baustoffen und Konstruktionen und ihr Beitrag zu einem nachhaltigen Bauen standen im Focus des anschließenden Vortrages von Dr. Frank Heinlein. Am Beispiel aktueller Projekte der Werner Sobek Group, stellte Heinlein das "Triple Zero Konzept" vor: Zero Energy - Zero Emission - Zero Waste. Um effiziente Konstruktionen ging es auch im Vortrag von Tobias Götz, Geschäftsführer der Deutschlandniederlassung des Schweizer Ingenieurbüros für Holzbau Pirmin Jung. Er sprach über kostenoptimierte Holzbaukonstruktionen im mehrgeschossigen Wohnungsbau. "Der mehrgeschossige Holzbau hat in den letzten 20 Jahren eine Renaissance erlebt", so Götz. Auch in Deutschland gebe es mittlerweile außergewöhnliche mehrgeschossige Bauwerke in Holzbauweise. Innovative Forschungsprojekte der Technischen Universität Kaiserslautern im Betonbau präsentierte Prof. Dr. Jürgen Schnell. Das Spektrum an der Hochschule reicht von ressourcenschonendem Beton, ultrahochfestem Beton und Leichtbeton, bis zu speziellen Fügetechniken. In Kooperation mit dem Fachbereich Architektur sind auf dem Campus und in der Region einige Forschungsgebäude realisiert worden, wie das mehrfach ausgezeichnete "Weinbergshaus" und das "Small House I".

Tobias Götz, Pirmin Jung Deutschland GmbH, Sinzig | Foto: Larzarina Stoilkova
Besichtigung des Labors für Konstruktiven Ingenieurbau | Foto: Larzarina Stoilkova

Auf die hohe Bedeutung des Bauens für den Klimaschutz verwies der rheinland-pfälzische Finanz- und Bauminister Dr. Carsten Kühl. "Es gibt enorme Einsparpotenziale, die über neue Technologien beim Bauen und Sanieren sowie in der Energieerzeugung erreicht werden können" sagte Kühl. In diesem Sinne leiste auch das Bauforum Rheinland-Pfalz, als deutschlandweit einmaliges Netzwerk, einen wichtigen Beitrag für die Förderung von Innovation und Wissenstransfer.

Denkanstöße zum gestalterischen Umgang mit Wärmedämmverbundsystemen bot der Vortrag von Prof. Andreas Hild, Hild und K Architekten. Er forderte von seinen Fachkollegen einen ehrlicheren Umgang mit dem Material. An Hand aktueller Projekte zeigte Hild auf, welche gestalterischen Möglichkeiten die kritisch diskutierte Technologie bietet. Zum Abschluss des 14. Bauforums erlebten die Teilnehmer anhand von Hörproben die Bedeutung des Schallschutzes im Hochbau. "Akustik verstehen" war das Ziel des Vortrages von Prof. Dr. Oliver Kornadt. Prof. Dr. Wolfgang Breit leitete dann mit seinem Beitrag über das Forschungsgebäude "Small House I" direkt in das im Anschluss an den Vortragsteil stattfindende Besichtigungsprogramm über. Viele Tagungsteilnehmer nutzten die Gelegenheit das Labor für Konstruktiven Ingenieurbau und das "Small House I" zu besichtigen. MEHR