baukulturtrier gestartet

 „Wem gehört die Stadt?“, fragte der neu gegründete Verein „baukulturtrier“ bei seiner ersten Veranstaltung am 15. März in der Viehmarkttherme in Trier. Rund 200 Besucher, doppelt so viele wie erwartet, zeigten das enorme öffentliche Interesse an dem Thema.

Hans-Jürgen Stein, Vorsitzender des Vereins „baukulturtrier“, stellte die neu gegründete Baukulturplattform vor, die angetreten ist, die Entscheidungsträger zu unterstützen und die Bürger in die Stadtentwicklung mit einzubeziehen. Anschließend führte Prof. Christoph Mäckler in die von ihm initiierte Ausstellung „Plätze in Deutschland 1950 und heute – eine Gegenüberstellung“ ein. Seine These: Die Städte seien allesamt dem Gewinnstreben geopfert und dem Autoverkehr preisgegeben worden. Die folgende engagierte Podiumsdiskussion zeigte, dass dem öffentlichen Raum als Bindeglied die eigentliche Aufmerksamkeit durch anspruchsvolle Gestaltung und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten zukommen sollte. Gute Stadtentwicklung braucht die Wertschätzung des gemeinschaftlichen Eigentums Stadt, dem sich Investoren, Politik, Bürger und Planer verpflichtet fühlen sollten. Die Veranstaltung war ein sehr gelungener Auftakt.

Die Wanderausstellung des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst stellt Fotografien deutscher Plätze aus den 1950er Jahren aktuellen Aufnahmen des gleichen Standortes gegenüber, um auf die Fehlplanungen und Versäumnisse in der Gestaltung des Stadtraums aufmerksam zu machen. Plätze spielen eine wichtige städtebauliche Rolle als Treffpunkte, Handelsräume, repräsentative Zentren und Verkehrsknotenpunkte. In den 1950er bis 1970er Jahren jedoch sorgte das Leitbild der „verkehrsgerechten Stadt“ für massive Eingriffe in die Struktur vieler deutscher Plätze, die dadurch ihre Aufenthaltsqualität verloren. Dem motorisierten Verkehr wurde die führende Rolle zugestanden. Stadtautobahnen, breite Straßendurchbrüche, sowie komplexe Systeme aus Hochstraßen, Tunneln und Rampen waren die Folge.

Die Ausstellung ist noch bis zum 17. April in den Viehmarktthermen dienstags bis sonntags von 9 bis 16.30 Uhr zu sehen. Der Eintritt in die Thermen beträgt 4 Euro.

In den Viehmarktthermen: Es diskutierten mit Christoph Mäckler, Direktor Deutsches Institut für Stadtbaukunst, Thomas Metz, Generaldirektor GDKE, Rena Wandel, frühere Saarbrücker Baudezernentin, Edda Kurz, Vizepräsidentin der Architektenkammer, Christoph Heckel, Architektenbeirat Kreis Trier-Saarburg, und Triers Baudezernent Andreas Ludwig. Moderiert wurde die Runde von Dr. Elena Wiezorek, Hauptgeschäftsführerin der Architektenkammer.