17. November 2017

Neue Richtlinien für die geförderte Energieberatung für Wohngebäude

Mit zwei neuen Richtlinien, die zum 1. Dezember 2017 in Kraft treten, wird der Kreis der antragsberechtigten Energieberater in den Beratungsfeldern Wohngebäude und mittelständische Unternehmen erweitert.

Durch die Bekanntmachung der neuen Richtlinien im Bundesanzeiger am 7. November 2017 sind die Änderungen in den Förderprogrammen „Energieberatung für Wohngebäude (Vor-Ort-Beratung, individueller Sanierungsfahrplan iSFP)“ sowie „Energieberatung Mittelstand“ offiziell.

Die wesentliche Änderung besteht in der Erweiterung des Kreises der antragsberechtigten Energieberater. Eine Energieberatung innerhalb der genannten Förderprogramme kann dann jeder ausführen, der die geforderte Qualifikation als Energieberater vorweist, eine objektive und neutrale Energieberatung durchführt und dafür die Haftung übernimmt. Bisher war die personenbezogene unabhängige Energieberatung erforderlich.

Bislang sind als Energieberater Architekten, Ingenieure und bestimmte Handwerker (ohne eigenen Betrieb), zugelassen, die kein wirtschaftliches Eigeninteresse an der Umsetzung von Energieeffizienzinvestitionen haben.

Durch die neue Regelung können ab 1. Dezember 2017 nun auch Handwerker, Hersteller oder Energieversorger das Förderprogramm nutzen, wenn sie die in der Richtlinie vorgegebenen Mindestanforderungen an die fachliche Qualifikation erfüllen. Die Beratung muss allerdings auch weiterhin objektiv und neutral sowie mit hoher Qualität erfolgen.

 Das BMWi erwartet, dass dadurch mehr qualifizierte Fachleute den Weg in die Energieberatung einschlagen, um mehr Privatpersonen und mittelständische Unternehmen zu Investitionsentscheidungen in Energieeffizienz zu beraten. In diesem Jahr wurden bislang nur ca.6200 qualifizierte Energieberatungen im Programm „Energieberatung für Wohngebäude“ durchgeführt. Die niederen Antragszahlen waren der Anlass, den Kreis der antragsberechtigten Energieberater zu erweitern.

Für eine "Energieberatung für Wohngebäude", wie die bisherige Vor-Ort-Beratung ab dem 1. Dezember 2017 heißen wird, übernimmt das BMWi 60 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 800 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser und 1.100 Euro für Mehrfamilienhäuser. Bei der "Energieberatung im Mittelstand" gibt das BMWi bis zu 80 Prozent Zuschuss zu den Beratungskosten, die exakte Höhe hängt von den Energiekosten des Unternehmens ab.