17. Mai 2023

BAUSTELLE CHANCENGLEICHHEIT

Alexandra Faßbender
Alexandra Faßbender
Foto: Kirsten Bucher, Frankfurt

Gleiche Chancen für alle

Gesellschaftliche Diskussionen um Gleichberechtigung und Gleichstellung haben auch in unserem Berufszweig an Geschwindigkeit und Intensität zugenommen. Es zeichnet sich ein Wandel ab. Dennoch gilt es, die ein oder andere Stellschraube noch zu justieren. Nicht allen ist die Vielfalt der bereits existierenden Netzwerke, Foren und Möglichkeiten bekannt. Die Architektenkammer Rheinland-Pfalz bietet daher auf ihrer Webseite ein praxisorientiertes Tool mit Informationen, Publikationen und weiterführenden Links an. Wir starten ab sofort mit Basisinformationen, nach und nach
wird das Angebot wachsen.

baustelle.WISSEN

Chancengleichheit auf unseren Berufsstand bezogen, bedeutet Arbeiten und Dialog aller Projektbeteiligten auf Augenhöhe – unabhängigvon Geschlecht, Herkunft und Familienstand. Doch ein Landesgleichstellungsgesetz und Verordnungen zur Förderung von Frauen- und Mädchenorganisationen bringen eine Planerin nicht zwangsläufig in eine gleichberechtigte Position zu ihren männlichen
Kollegen. Daher ist es sinnvoll, auch während sozial gegebenen Auszeiten auf dem Wissensstand der Zeit zu bleiben: Statt wieder einsteigen besser nie aussteigen! Gerade die Elternzeit ist aber für viele eine Sollbruchstelle in Einkommen und Möglichkeiten. Die Architektenkammer Rheinland-Pfalz bietet Personengruppen in Eltern- und Pflegezeit sowie Wiedereinsteigern deshalb die Möglichkeit, an den vergünstigten Basis-Seminaren für Absolventen (AiP-Seminaren) teilzunehmen. Informieren Sie sich auf dem neuen Tool! Verstärkt möchten wir uns auch dem Thema Frauen widmen: Resilienz von Architektinnen, Stärke von Netzwerken in Erziehungszeiten und weitere Themen für alle Altersklassen stehen auf der Agenda. Inzwischen gibt es einen Strauß an Plattformen,
Publikationen und Initiativen. Zudem werden regelmäßig Seminare hierzu angeboten.

baustelle.vorSORGE

Gleiche Chancen für alle bedeutet auch, für die Personen zu sorgen, die unbezahlte Care-Arbeit und damit einen großen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Unbezahlt heißt sozialpolitisch nicht gezählt: keine Beiträge, kein Rentenertrag. Im Umkehrschluss heißt das für diese Personengruppe, frühzeitig VOR-sorgen und Versorgungs- und Rentenlücken schließen: Was genau für Mitglieder des Versorgungswerkes gilt, was über die Deutsche Rentenversicherung abgefedert werden kann und welche Voraussetzungen dafür gelten, wird demnächst Thema sein.

WAS NOCH?

Entwerfen Frauen anders? Kommunizieren Frauen anders? Gender Planning in der Stadtplanung ohne Angsträume und dunkle Zonen? Viele ergänzende Themen, mit denen wir uns künftig sicher auseinandersetzen werden und stellen müssen, finden auf dem Tool Platz. MEHR