Woche der Baukultur in Mainz eröffnet
Eindrücke von der Eröffnung der Woche der Baukultur in Mainz am 16. Juni 2006.
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Fotos: Kristina Schäfer, Mainz
Noch bis zum 25. Juni 2006 findet - nun schon zum vierten Mal - die „Woche der Baukultur“ in Mainz statt. Während alle über Fußball reden, reden die Mainzer Architekten über die Stadien: die „Kultstätten“, bei denen der Schriftsteller Silvio Blatter sich erinnert an „die Atmosphäre, den Lärm, die Ausgelassenheit, die extreme Ambiance. Und das Gedränge, den hektischen Puls … Duft von Gras. Fieber, Rausch, Freudentaumel.“ Und diese Orte, die „weit mehr ist als bloß ein Stadion“ sind, unterliegt einer Wandelung vom klassischen Bolz-Platz zur „Kathedrale des 21. Jahrhunderts“, zum „Superdome“ (Gerhard Matzig). Diesem Wandel, aber auch der Bodenständigkeit der Fußballwelt, widmet sich die am Freitag eröffnete „Woche der Baukultur“ mit Vorträgen und Besichtigungen, Kabarett und Filmen, Foto-Ausstellungen und - nicht zuletzt mit der Live-Übertragung der WM-Spiele in den Räumen der ehemaligen Kammerspiele, die zur diesjährigen Spielstätte der „Woche der Baukultur“ wurden.
Thomas Dang, Vorsitzender der Kammergruppe Mainz / Mainz-Bingen, die wieder mit viel ehrenamtlichem Engagement den "Unort" in eine Baukultur-Arena verwandelt hat, erinnerte in seiner Eröffnung an die Tradition, Baustellen und Leerstände für die Woche der Baukultur zu nutzen und so das Ambiente der Veränderung, des Aufbruchs zur Bühne für die Auseinandersetzung mit dem, was Baukultur in Mainz will und kann zu machen.
Sven Hieronymus, bekennender 05er Fan und Kabarettist, lieferte im Anschluss mit "Ich geh’ nimmer ’nuff.." Ansichten und Einsichten eines Fußballfans zum Stadionbau als solchem, der Notwendigkeit, dafür Architekten zu beschäftigen und vor allem zur hoch aktuellen Standortdiskussion in Mainz. Sein Konzept für das neue Stadion auf einer Rheininsel zwischen Mainz "und der anderen Stadt" am rechten Flussufer - durchdacht bis zur Anreise des Kardinals im Kirchenschiff und neuen Fangesängen, wird am 23. Juni, wenn der Manager des Mainzer Clubs zum Vortrag erwartet wird, wohl willkommener Anlass, die Diskussion zu eröffnen.
Die beiden Ausstellungen "Fußball WM 2006 - Architektur der Arenen" (Architektenkammer Nordrhein-Westfalen und Stahl-Informations-Zentrum" sowie "Immer wieder sonntags..." (Fußballszenen aus Rheinhessen, festgehalten von der Mainzer Fotografin Kristina Schäfer) sind bis zum Ende der Woche der Baukultur täglich von 15 bis 23 Uhr zu sehen. In dieser Zeit ist auch die "StadtBar" geöffnet.
Über die Architektur der Arenen berichten in Werkvorträgen am
- Dienstag, 20. Juni 2006 um 19.00 Uhr Architekt Dipl.-Ing. Hubert Nienhoff (Partner im Büro gmp, Berlin): Stadionbauten in Berlin, Frankfurt/Main und Köln
- Mitwoch, 21. Juni 2006 um 19.00 Uhr Dipl.-Ing. Dieter Hanek, Krebs und Kiefer Beratende Ingenieure für das Bauwesen GmbH, Darmstadt: Tragwerksplanung beim Olympiastadion Berlin
- Donnerstag, 22. Juni 2006 um 19.00 Uhr Architekt / Stadtplaner Dietmar Haasen, Planungsgruppe B Architekten BDA Stadtplaner Lutz Oehmischen Dietmar Haasen, Düsseldorf: Borussiapark, Mönchengladbach
- Freitag, 23. Juni 2006 um 19.00 Uhr FSV Mainz 05-Manager Christian Heidel "Gesucht: der Standort für ein neues Stadion des FSV Mainz 05"
Vor und nach den Vorträgen werden die Spiele der WM live übertragen.
Von Montag, den 19. Juni bis Mittwoch, den 21. Juni läuft im CinéMayence im Maison de France, Schillerplatz 11, 55116 Mainz jeweils um 20.30 Uhr der Film "Building the Gherkin - Sir Norman Foster baut in London".
Am Samstag den 24. und am Sonntag, den 25. Juni 2006 startet dann wieder der "architektouren"-Bus ab 11 Uhr. Treffpunkt: ehemalige Kammerspiele, Emmerich-Josef-Straße. Anmeldung unter: Tel. 06131/99 60-23 (vormittags) oder per Mail.