Berufseinstieg immer schwieriger
Trotz der schwierigen konjunkturellen Lage - die Baukonjunktur befindet sich im zehnten Jahr der Rezession - bemühen sich Architekturbüros und Architektenkammer, jungen Menschen erste Schritte ins Berufsleben zu ermöglichen. Die Architektenkammer selbst ist nach dem Berufsbildungsgesetz keine zuständige Stelle für den Ausbildungsberuf Bauzeichner. Der technische Fortschritt, insbesondere die Einführung von computergestütztem Zeichnen CAD stellt diesen Assistenzberuf im Architekturbüro immer stärker in Frage. Die gesamtheitliche Bearbeitung von Plan und Projekt im Planungsbüro durch Absolventen der Hochschulen wird immer mehr zur Regel. Damit stellt sich für Architektenkammer und Architekturbüros aber die Aufgabe, Studentinnen und Studenten studienbegleitende Praktikumsplätze zur Verfügung zu stellen, aber auch den Absolventen nach dem Examen eine Beschäftigungsmöglichkeit vor Eintragung in die Architektenliste zu eröffnen.
Trotz der dramatischen Auftragslage in den Architekturbüros gelingt es noch weitgehend, studienbegleitende Praktika zu gewährleisten. Die Berufs- und Beschäftigungschancen von Hochschulabsolventen sind aber zwischenzeitlich drastisch gesunken. So wird berichtet, dass annähernd 100 % (!) eines Diplomabschlussjahrganges keine adäquate Beschäftigung sowohl hinsichtlich der Aufgabe als Architekt als auch hinsichtlich der Bezahlung als Diplom-Ingenieur im Bereich des Planens und Bauens finden.
Dies ist eine Situation, die die Architektenkammer für untragbar hält, aber wohl der derzeitigen Entwicklung am Arbeitsmarkt geschuldet ist. Trotz demographischer Entwicklung und Sättigungstendenzen beim Neubau bestehen vielerlei Bauaufgaben im Bereich öffentliche Infrastruktur und im privaten und gewerblichen Gebäudebestand. Es gilt, hier die Agonie zu überwinden und Investitionen auszulösen - ganz sicher auch eine Aufgabe, der sich Politik wieder mehr widmen muss.
Die Architektenkammer Rheinland-Pfalz - so Präsident Günther Franz - hofft, trotz der oben beschriebenen Belastungsfaktoren, dass es Wirtschaft und hier insbesondere Mittelstand einschließlich Freien Berufen gelingt, das Problem fehlender Ausbildungs- und Arbeitsplätze für die junge Generation zu bewältigen. Die Architektenkammer wird weiterhin ihren Part dazu beitragen, z.B. mit den jährlichen Informations- und After-Work-Parties kammer-start