Das Baugrundstück sorgfältig prüfen
Die meisten Familien träumen vom Einfamilienhaus. Doch der Grund, auf dem das Häuschen stehen soll, ist mit 30 Prozent der Gesamtkosten teuer erkauft. Auf die Frage, was für die meisten beim Eigenheimbau am wichtigsten sei, antworteten denn auch 42 Prozent der Befragten einer BHW-Umfrage: "preiswertes Bauland."
Die Grundstücksbesichtigungen sind oft ernüchternd: Da gab es den 800-Quadratmetertraum in Hanglage, der mit einem Quadratmeterpreis von 400 Mark leider etwas zu teuer war. Und die preiswerteren Offerten? Fast ausschließlich zu schmal oder verwinkelte Grundstücke.
Doch Bauherren in spe sollten nicht zu früh urteilen. Die Größe des Baulandes und sein Zuschnitt sind für ein familienfreundliches Haus zweitrangig. Entscheidend ist die Lage des Gebäudes auf dem Grundstück, seine Anbindung an Infrastruktur und der favorisierte Haustyp. Ein Reihenhaus benötigt weniger Fläche als ein freistehendes Einfamilienhaus. Hier kann man richtig sparen. 200 Quadratmeter weniger Bauland entlastet das Budget um bis zu 80.000 Mark.
Wichtiger als die Größe des Grundstücks ist die Wohnumgebung. Sind Geschäfte in der Nähe? Wie weit ist es zur Schule, zum Arbeitsplatz, zu Freizeiteinrichtungen und wo ist die nächste Bushaltestelle? Wird "auf der grünen Wiese" gebaut, sollte man den Bauträger oder Architekten fragen, ob normale Straße oder Wohnwege, sogenannte Spielstraßen, vorgesehen sind. Wohnwege gelten in doppelter Hinsicht als familienfreundlich: Zum einen bieten sie Kindern hohe Verkehrssicherheit. Zum anderen sind die Erschließungskosten, die die Gemeinde in Neubaugebieten auf alle Grundeigentümer anteilig umlegen, wesentlich geringer. Sie richten sich nach dem Flächenbedarf. Eine normale Straße mit Mittelstreifen und Fußwegen kommt auf eine Breite von sieben bis neun Meter, ein Wohnweg auf lediglich vier bis fünf Meter.
Jedes Grundstück hat seine Besonderheiten, die für den späteren Hausbau eine Rolle spielen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Grundstücken kann ein Bauherr beim Errichten eines Hauses in Hanglage häufig nicht auf einen Keller verzichten. Bei Hanglage ist zudem darauf zu achten, dass die Kanalisation für Schmutz- und Regenwasser nicht höher als die Abwassereinrichtungen im Keller liegt.
Ungewöhnliche Formate wie pfeifenförmig zugeschnittene Grundstücke "Tortenecken" oder schmale Baulücken werden oft preisgünstig angeboten. "Bevor Sie abwinkeln" meint ein Experte, "Fragen Sie doch einmal einen Architekten, was er daraus machen kann. Wenn der Zuschnitt des Baulandes Platz für einen Garten bietet, die Infrastruktur und die Nachbarschaft stimmen, spricht nichts gegen einen Kauf." Denn ein ungewöhnlich geschnittenes Grundstück fördert die Fantasie beim Hausbau und individuelle Lösungen, die den eigenen Charme des Hauses ausmachen.